MikroScore
Moderate Evidenz Sicherheit: Wahrscheinlich sicher Studiendosis: 600 mg/Tag

Ashwagandha (Withania somnifera)

Auch bekannt als: Schlafbeere, Withania somnifera, Indischer Ginseng, KSM-66, Sensoril

Evidenzlage auf einen Blick

Mehrere RCTs zeigen signifikante Reduktion von Cortisol und subjektivem Stressempfinden. Evidenz für Schlaf und Testosteron vorhanden, aber kleinere Studien. Longevity-Mechanismen (FOXO, mTOR) bisher nur präklinisch.

EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims

Die EFSA hat keine Health Claims für Ashwagandha zugelassen. In Deutschland ist Ashwagandha als pflanzliches Nahrungsergänzungsmittel legal, jedoch ohne zugelassene Wirkaussagen. Das BfR sieht ab hohen Dosen Lebertoxizitätsrisiken.

Was ist Ashwagandha?

Ashwagandha (Withania somnifera) ist eine Wurzelpflanze der ayurvedischen Medizin und gilt als Adaptogen – ein Begriff für Substanzen, die dem Körper helfen sollen, besser mit Stress umzugehen. Der Name bedeutet auf Sanskrit „Geruch des Pferdes”, und die Pflanze wird seit über 3.000 Jahren eingesetzt.

Für den Longevity-Kontext sind zwei Wirkmechanismen relevant: die Hemmung der HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse), die chronischen Stress und damit oxidativen Stress reduziert, sowie mögliche Einflüsse auf FOXO-Transkriptionsfaktoren und Entzündungswege – beides jedoch bisher nur in Tierversuchen.

Was sagen die Studien wirklich?

Klar belegte Effekte

  • Cortisolsenkung: Mehrere RCTs (KSM-66, Sensoril) zeigen konsistent 20–30 % Reduktion von Morgencortisol
  • Subjektiver Stress: Valide Scores (PSS, DASS) verbessern sich signifikant in 8–12 Wochen
  • Schlaflatenz und -qualität: Kleinere RCTs zeigen moderate Verbesserungen bei Erwachsenen mit Schlafstörungen
  • Testosteron und Muskelmasse: Effekte vorhanden, aber Studien klein (n < 60)

Was nicht belegt ist

  • Direkte Anti-Aging-Wirkung beim Menschen
  • Telomerschutz oder Senolytik-Effekte
  • Langzeiteffekte über 12 Wochen hinaus sind kaum untersucht

Fazit: Ashwagandha gehört zu den am besten belegten Adaptogens. Die Evidenz für Stressreduktion ist real. Den Longevity-Hype sollte man skeptisch sehen.

Ist Ashwagandha sicher?

Bei Standarddosen (300–600 mg/Tag) gilt es als wahrscheinlich sicher. Das BfR und Fallberichte aus Europa weisen jedoch auf vereinzelte Lebertoxizitätsfälle bei hohen Dosen oder langer Einnahmedauer hin. Personen mit Lebererkrankungen sollten es meiden. In der Schwangerschaft kontraindiziert (Uterusstimulation).

Extrakt-Qualität ist entscheidend

Nicht alle Ashwagandha-Produkte sind gleich. Standardisierte Extrakte mit bekanntem Withanolid-Gehalt (KSM-66 oder Sensoril) haben fast alle RCTs durchgeführt. Günstige Wurzelpulver ohne Standardisierung haben keine vergleichbare Evidenz. Achte beim Kauf auf den Extrakttyp im Label.

Wichtigste Studien

A prospective, randomized double-blind, placebo-controlled study of safety and efficacy of a high-concentration full-spectrum extract of ashwagandha root in reducing stress and anxiety in adults

Chandrasekhar K et al. (2012)

n=64, 300 mg KSM-66 2x täglich: Cortisol -27,9%, Stress-Score signifikant besser vs. Placebo. Gut methodisch.

PubMed PMID 23439798

Efficacy and Safety of Ashwagandha Root Extract in Insomnia and Anxiety

Langade D et al. (2019)

n=60, 300 mg 2x täglich: Schlafqualität (PSQI) verbessert, Angst reduziert. 10-Wochen-RCT.

PubMed PMID 31728244

Examining the effect of Withania somnifera supplementation on muscle strength and recovery

Wankhede S et al. (2015)

n=57 Männer, Krafttraining: +18 kg Bankdrücken vs. +6 kg Placebo. Testosteron signifikant erhöht.

PubMed PMID 26609282

Safety and tolerability of ashwagandha root extract: A systematic review and meta-analysis

Pratte MA et al. (2014)

Systematischer Review: Ashwagandha ist bei empfohlenen Dosen sicher. Leberwerte in allen Studien unauffällig.

PubMed PMID 25552213

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