MikroScore
Schwache Evidenz Sicherheit: Wahrscheinlich sicher Studiendosis: 500 mg/Tag

Resveratrol

Auch bekannt als: Trans-Resveratrol, Pterostilben, Resveratrol Supplement

Evidenzlage auf einen Blick

Tierstudien zeigen eindrucksvolle lebensverlängernde Effekte. Humanstudien sind enttäuschend: Mehrere RCTs zeigten keinen klaren Nutzen bei gesunden Erwachsenen. Bei spezifischen Gruppen (Diabetes, Herzerkrankung) gibt es einzelne positive Signale, aber keine konsistenten Ergebnisse.

EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims

EFSA hat keinen einzigen Health Claim für Resveratrol zugelassen. Entsprechende Anträge wurden abgelehnt mangels ausreichender Humanevidence. Produkte dürfen in der EU keine gesundheitsbezogenen Aussagen über Resveratrol machen.

Das Versprechen und die Realität

Resveratrol wurde durch David Sinclairs Forschung und das populäre Buch „Lifespan” berühmt. Das Molekül aktiviert in Laborversuchen Sirtuine (SIRT1) — Proteine, die mit Langlebigkeit assoziiert werden. Bei Mäusen verlängerte es die Lebensspanne deutlich.

Das Problem: Beim Menschen ist der Transfer bisher nicht gelungen.

Was sagen die Humanstudien?

Das Positive

  • Einige kleine Studien zeigen anti-entzündliche Effekte
  • Bei Diabetikern: einzelne positive Signale für Blutzucker und Insulinsensitivität
  • Relativ sicheres Sicherheitsprofil

Das Problem

  • Die InCHIANTI-Studie (eine der wenigen echten Bevölkerungsstudien) fand keinen Zusammenhang zwischen Resveratrol-Spiegeln und Sterblichkeit
  • Resveratrol hemmt nachweislich positive Trainingseffekte — ein kontraintuitiver Befund
  • Bioverfügbarkeit ist niedrig: Der Körper baut Resveratrol sehr schnell ab
  • Kein einziger RCT hat lebensverlängernde Effekte beim Menschen gezeigt

Warum das Rotwein-Argument nicht zieht

Rotwein enthält nur ~1–2 mg Resveratrol pro Glas. Supplements enthalten 250–1.000 mg. Die Alkohol-Toxizität des Weins macht den minimalen Resveratrol-Gehalt mehr als wett — Rotwein trinken „wegen Resveratrol” ist nutritionswissenschaftlich nicht haltbar.

Sicherheit

Bei üblichen Dosen (bis 1.000 mg/Tag) gut verträglich. Bei sehr hohen Dosen (2.000+ mg/Tag) wurden Magenprobleme berichtet. Wechselwirkungen mit Blutverdünnern möglich (Resveratrol hemmt Thrombozyten).

Unser Fazit

Resveratrol ist wissenschaftlich interessant, aber als Supplement derzeit nicht empfehlenswert — die Humanstudien rechtfertigen weder den Preis noch die Erwartungen aus dem Marketing.

Wichtigste Studien

Resveratrol for Primary Prevention of Atherosclerosis: A Meta-Analysis

Sahebkar A et al. (2013)

Meta-Analyse: Resveratrol senkte Triglyceride und LDL leicht, aber Effekte waren inkonsistent und klinisch wenig relevant.

PubMed PMID 23861857

Resveratrol Levels and All-Cause Mortality in Older Community-Dwelling Adults (InCHIANTI)

Semba RD et al. (2014)

Überraschend: Höhere Resveratrol-Spiegel im Urin (aus Nahrung) waren NICHT mit niedrigerer Sterblichkeit assoziiert — entgegen der Hypothese.

PubMed PMID 24566624

Resveratrol Blunts the Positive Effects of Exercise Training on Cardiovascular Health

Gliemann L et al. (2013)

Resveratrol-Supplementierung hemmte bei älteren Männern die positiven kardiovaskulären Trainingseffekte — ein unerwarteter negativer Befund.

PubMed PMID 23904096

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