MikroScore
Moderate Evidenz Sicherheit: Wahrscheinlich sicher Studiendosis: 400 mg/Tag

Rhodiola Rosea (Rosenwurz)

Auch bekannt als: Rosenwurz, Rhodiola, Goldene Wurzel, Arktische Wurzel, SHR-5

Evidenzlage auf einen Blick

Mehrere RCTs zeigen signifikante Reduktion von Erschöpfung, Burnout-Symptomen und kognitiver Beeinträchtigung unter Stress. Standardisierter Extrakt SHR-5 am besten untersucht. Sicherheitsprofil gut. Longevity-Endpunkte nicht direkt untersucht.

EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims

Keine EFSA Health Claims für Rhodiola Rosea. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (THMP) in der EU nach HMPC-Monographie zugelassen für temporäre Stresslinderung und Erschöpfungssymptome – ein höherer Regulierungsstatus als ein bloßes NEM.

Was ist Rhodiola Rosea?

Rhodiola Rosea (Rosenwurz) ist eine Heilpflanze aus den Hochgebirgen Skandinaviens, Sibiriens und Zentralasiens, wo sie seit Jahrhunderten als Adaptogen eingesetzt wird – zur Steigerung von Stressresistenz, Ausdauer und mentaler Leistung unter widrigen Bedingungen.

Die aktiven Inhaltsstoffe sind Rosavine (spezifisch für Rhodiola rosea) und Salidrosid (Tyrosol-Glykosid). Qualitätsprodukte werden auf beide standardisiert, typischerweise auf mindestens 3 % Rosavine und 1 % Salidrosid.

Der HMPC-Vorteil

Rhodiola hat in der EU einen besonderen Status: Das HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products der EMA) hat eine Monographie verabschiedet, die Rhodiola als traditionelles pflanzliches Arzneimittel für Erschöpfungs- und Stresssymptome anerkennt. Das ist regulatorisch wertvoller als ein bloßes Nahrungsergänzungsmittel und zeigt, dass die EU-Behörden die Evidenzlage als ausreichend für einen medizinischen Anspruch betrachten.

Was sagen die Studien wirklich?

Gut belegt

  • Mentale Erschöpfung: Mehrere RCTs (Studenten, Ärzte, Büroarbeiter) zeigen konsistente Reduktion von Erschöpfungssymptomen
  • Kognitive Leistung unter Stress: Reaktionszeit, Konzentration und Arbeitsgedächtnis verbessern sich
  • Burnout-Symptome: Klinisch relevante Verbesserungen in offenen Studien

Weniger klar belegt

  • Körperliche Ausdauerleistung (gemischte Ergebnisse in Sportstudien)
  • Angst und Depression (kleinere Studien, vielversprechend aber nicht robust)

Nicht belegt

  • Longevity-Endpunkte beim Menschen
  • Überlegenheit gegenüber anderen Adaptogens (keine direkten Vergleichsstudien)

Rhodiola vs. Ashwagandha

Beide sind Adaptogens – aber mit unterschiedlichem Profil:

RhodiolaAshwagandha
StärkeAkute mentale ErschöpfungChronischer Stress, Cortisol
WirkbeginnSchneller (Stunden)Langsamer (Wochen)
EinsatzPrüfungen, Nachtdienst, akuter StressBurnout-Prävention, Schlaf, Testosteron
HMPC-MonographieJaNein

Ist Rhodiola sicher?

Bei 200–600 mg/Tag gilt es als wahrscheinlich sicher. Häufigste Nebenwirkungen: Schwindel, Mundtrockenheit bei höheren Dosen. Nicht empfohlen in der Schwangerschaft. Mögliche Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern und Antikoagulantien. Morgens oder mittags einnehmen – kann bei Abendeinnahme schlafstörend wirken (stimulierender Effekt).

Wichtigste Studien

A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of SHR-5 extract in the treatment of stress related fatigue

Olsson EM et al. (2009)

RCT (n=60): SHR-5 (576 mg/Tag) verbesserte Erschöpfung, Konzentration und Wohlbefinden signifikant nach 28 Tagen. Gut verträglich, keine ernsthaften Nebenwirkungen.

PubMed PMID 19016404

Rhodiola rosea in stress induced fatigue – a double blind cross-over study of a standardized extract SHR-5

Shevtsov VA et al. (2003)

RCT (n=161 Ärzte im Nachtdienst): Einzeldosis Rhodiola verbesserte kognitive Leistung und Reaktionszeit unter Erschöpfungsbedingungen signifikant vs. Placebo.

PubMed PMID 12725561

Rhodiola rosea for mental and physical fatigue in nursing students

Darbinyan V et al. (2007)

RCT (n=56): Rhodiola reduzierte physische und mentale Erschöpfung bei Studierenden in Prüfungsperioden signifikant. Stimmung und allgemeines Wohlbefinden verbessert.

PubMed PMID 17990197

Multicenter, open-label study of Rhodiola rosea extract in patients with burnout syndrome

Kasper S & Dienel A (2017)

Offene Studie (n=118, Burnout-Patienten): 400 mg/Tag über 12 Wochen reduzierte alle Burnout-Symptome signifikant. Kein Placebo-Arm, aber klinisch relevante Effektgrößen.

PubMed PMID 28219059

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