Was ist Vitamin K2?
Vitamin K2 gehört zur Familie der Menachinone und ist strukturell verschieden von Vitamin K1 (Phylloquinon aus grünen Gemüsen, primär für Blutgerinnung in der Leber).
K2 hat einen anderen Job: Es aktiviert zwei Proteine, die für die Kalziumverteilung im Körper entscheidend sind:
- Osteocalcin: Bindet Kalzium in den Knochen – aktiviert durch K2-abhängige Carboxylierung
- Matrix-Gla-Protein (MGP): Hemmt Kalziumablagerungen in Arterien und Weichgewebe
Das Prinzip ist einfach: Ohne ausreichend K2 „parkt” Kalzium an den falschen Stellen – in Arterienwänden statt in Knochen. K2 lenkt das Kalzium dorthin, wo es hingehört.
MK-4 vs. MK-7: ein wichtiger Unterschied
| Form | Quelle | Halbwertszeit | Bioverfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| MK-4 | Tierfleisch, Butter, Eier | ~1–2 Stunden | Niedrig, kurz |
| MK-7 | Natto (fermentierte Sojabohnen), Supplements | ~72 Stunden | Hoch, lang |
MK-7 ist die überlegene Supplementform: Es wird in Knochen und Gefäßgewebe transportiert und hat eine dreimal längere Halbwertszeit als MK-4. Die meisten klinischen Studien wurden mit MK-7 durchgeführt.
Was sagen die Studien wirklich?
Starke epidemiologische Basis
- Rotterdam-Studie: Höchste K2-Aufnahme → 41 % weniger koronare Herzerkrankungen
- Bestätigt in der Prospect-EPIC-Studie (Niederlande)
Belegte RCT-Effekte
- Arteriensteifigkeit: 3-Jahres-RCT zeigt signifikante Verlangsamung bei postmenopausalen Frauen
- Knochendichte: Konsistente Verbesserungen in mehreren RCTs
- Osteocalcin-Aktivierung: Biomarker-Verbesserungen zuverlässig
Noch nicht in großen Outcome-Studien
- Kein RCT hat bisher Herzinfarkte oder Schlaganfälle als Endpunkt bewiesen
- Große Interventionsstudie (VitaK-CAC) läuft noch
Die D3+K2-Kombination
Vitamin D3 fördert die Kalziumresorption aus dem Darm. Vitamin K2 sorgt dafür, dass das resorbierte Kalzium an der richtigen Stelle landet. Wer viel D3 supplementiert ohne ausreichend K2, kann theoretisch Arterienverkalkung riskieren – daher sind kombinierte D3+K2-Produkte sinnvoll.
Ist Vitamin K2 sicher?
K2 ist bei normalen Dosen wahrscheinlich sicher – keine bekannte Toxizität. Wichtige Ausnahme: Vitamin K (alle Formen) interagiert mit Antikoagulantien wie Marcumar/Warfarin – dort unbedingt Arzt informieren. Neue orale Antikoagulantien (NOAK) sind nicht betroffen.