MikroScore
Science-backed ingredient evidence
Schwache Evidenz Sicherheit: Wahrscheinlich sicher Studiendosis: 500 mg/Tag

D,L-Phenylalanin

Auch bekannt als: DLPA, DL-Phenylalanine, D,L-Phenylalanine

Kurzurteil Schwache Evidenz

D,L-Phenylalanin kombiniert die Neurotransmitter-Vorstufe L-Phenylalanin mit der D-Form, die körpereigene Endorphine verlängern soll. Moderate Evidenz, ältere Studienlage.

EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims

Phenylalanin ist als essentielle Aminosäure anerkannt. Keine spezifischen Health Claims für DLPA in der EU.

KI-Zusammenfassung

Kurz-Fazit

D,L-Phenylalanin kombiniert die Neurotransmitter-Vorstufe L-Phenylalanin mit der D-Form, die körpereigene Endorphine verlängern soll. Moderate Evidenz, ältere Studienlage.

Was die Evidenz stützt

L-Phenylalanin als Tyrosin-/Dopamin-Vorstufe hat indirekte Evidenz über den Tyrosin-Pathway. D-Phenylalanin als Enkephalinase-Inhibitor wurde in den 1980ern bei Schmerz und Depression untersucht, seither kaum neue Studien.

Was NICHT belegt ist

Klinische Humanstudien fehlen oder sind sehr schwach. Langzeit-Sicherheit beim Menschen weitgehend unerforscht.

EU/EFSA-Status

Nicht zugelassen. Phenylalanin ist als essentielle Aminosäure anerkannt. Keine spezifischen Health Claims für DLPA …

Sicherheit

Wahrscheinlich sicher

Diese KI-Zusammenfassung basiert auf den strukturierten Daten dieser Seite.

Wirkweise

DLPA ist eine 50/50-Mischung beider Isomere. L-Phenylalanin wird zu L-Tyrosin hydroxyliert, dann weiter zu Dopamin → Noradrenalin → Adrenalin. D-Phenylalanin soll die Enkephalinase hemmen — ein Enzym, das körpereigene Endorphine abbaut — und so die natürliche Schmerzlinderung verlängern.

Evidenzlage

Die Evidenz stammt überwiegend aus den 1970er-80er Jahren. Beckmann (1979) zeigte in einer kleinen Doppelblindstudie DLPA als nicht unterlegen zu Imipramin bei Depression. Für Schmerzlinderung über Enkephalinase-Hemmung gibt es mechanistische Plausibilität, aber keine modernen RCTs. Insgesamt: historisch interessant, aber Replikation fehlt.

Sicherheit

Kontraindiziert bei Phenylketonurie (PKU). Nicht mit MAO-Hemmern oder Levodopa kombinieren. Kann bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Angst auslösen. In Studien insgesamt gut verträglich.

Dosierung

500–1000 mg pro Tag, nüchtern. Nicht abends (stimulierend über Dopamin-Pathway).

Wichtigste Studien

D-phenylalanine in depressed patients: an open study

Beckmann H et al. (1977)

Offene Studie (n=20): D-Phenylalanin zeigte antidepressive Effekte bei 12 von 20 Patienten. Methodisch schwach (kein Placebo).

PubMed PMID 335027

DL-phenylalanine in depressed patients

Beckmann H et al. (1979)

Doppelblind-Studie (n=40): DLPA war Imipramin (150 mg) nicht unterlegen bei Depression. Kleine Stichprobe, Replikation fehlt.

PubMed PMID 380817

D-phenylalanine and other enkephalinase inhibitors as pharmacological agents

Ehrenpreis S (1982)

Review: D-Phenylalanin hemmt Enkephalinase und verlängert damit die Wirkung körpereigener Endorphine. Tierversuche und erste klinische Daten positiv.

PubMed PMID 6128034
Redaktioneller Hinweis: Für die meisten hier beschriebenen Wirkstoffe existieren in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims gemäß VO (EG) 1924/2006). Die Evidenzstufen sind redaktionelle Einschätzungen der Forschungsqualität — keine Heilsversprechen. Dieser Inhalt ist kein Ersatz für medizinischen Rat und stellt keine Empfehlung zur Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten dar.