Auch bekannt als: Rosenwurz, Rhodiola, Goldene Wurzel, Arktische Wurzel, SHR-5
Kurzurteil Moderate Evidenz
Rhodiola rosea ist ein Adaptogen mit RCTs zu mentaler Erschöpfung und Stresswahrnehmung. Die Datenlage ist interessant, aber nicht frei von Heterogenität.
EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims
Keine EFSA Health Claims für Rhodiola Rosea. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (THMP) in der EU nach HMPC-Monographie zugelassen für temporäre Stresslinderung und Erschöpfungssymptome – ein höherer Regulierungsstatus als ein bloßes NEM.
🤖KI-Zusammenfassung
Kurz-Fazit
Rhodiola rosea ist ein Adaptogen mit RCTs zu mentaler Erschöpfung und Stresswahrnehmung. Die Datenlage ist interessant, aber nicht frei von Heterogenität.
Was die Evidenz stützt
Mehrere RCTs zeigen signifikante Reduktion von Erschöpfung, Burnout-Symptomen und kognitiver Beeinträchtigung unter Stress. Standardisierter Extrakt SHR-5 am besten untersucht.
Was NICHT belegt ist
Langzeit-Sicherheit und seltene Nebenwirkungen beim Menschen sind noch unzureichend untersucht.
EU/EFSA-Status
Nicht zugelassen. Keine EFSA Health Claims für Rhodiola Rosea. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel (THMP) …
Sicherheit
Wahrscheinlich sicher
Diese KI-Zusammenfassung basiert auf den strukturierten Daten dieser Seite.
Was ist Rhodiola Rosea?
Rhodiola Rosea (Rosenwurz) ist eine Heilpflanze aus den Hochgebirgen Skandinaviens, Sibiriens und Zentralasiens, wo sie seit Jahrhunderten als Adaptogen eingesetzt wird – zur Steigerung von Stressresistenz, Ausdauer und mentaler Leistung unter widrigen Bedingungen.
Die aktiven Inhaltsstoffe sind Rosavine (spezifisch für Rhodiola rosea) und Salidrosid (Tyrosol-Glykosid). Qualitätsprodukte werden auf beide standardisiert, typischerweise auf mindestens 3 % Rosavine und 1 % Salidrosid.
Der HMPC-Vorteil
Rhodiola hat in der EU einen besonderen Status: Das HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products der EMA) hat eine Monographie verabschiedet, die Rhodiola als traditionelles pflanzliches Arzneimittel für Erschöpfungs- und Stresssymptome anerkennt. Das ist regulatorisch wertvoller als ein bloßes Nahrungsergänzungsmittel und zeigt, dass die EU-Behörden die Evidenzlage als ausreichend für einen medizinischen Anspruch betrachten.
Was sagen die Studien wirklich?
Vergleichsweise gut untersucht
Mentale Erschöpfung: Mehrere RCTs (Studenten, Ärzte, Büroarbeiter) zeigen konsistente Reduktion von Erschöpfungssymptomen
Kognitive Leistung unter Stress: Reaktionszeit, Konzentration und Arbeitsgedächtnis verbessern sich
Burnout-Symptome: Klinisch relevante Verbesserungen in offenen Studien
Weniger klar belegt
Körperliche Ausdauerleistung (gemischte Ergebnisse in Sportstudien)
Angst und depressive Symptome (kleinere Studien, vielversprechend aber nicht robust)
Nicht belegt
Longevity-Endpunkte beim Menschen
Überlegenheit gegenüber anderen Adaptogens (keine direkten Vergleichsstudien)
Rhodiola vs. Ashwagandha
Beide sind Adaptogens – aber mit unterschiedlichem Profil:
Rhodiola
Ashwagandha
Stärke
Akute mentale Erschöpfung
Chronischer Stress, Cortisol
Wirkbeginn
Schneller (Stunden)
Langsamer (Wochen)
Einsatz
Prüfungen, Nachtdienst, akuter Stress
Burnout-Prävention, Schlaf, Testosteron
HMPC-Monographie
Ja
Nein
Ist Rhodiola sicher?
Bei 200–600 mg/Tag gilt es als wahrscheinlich sicher. Häufigste Nebenwirkungen: Schwindel, Mundtrockenheit bei höheren Dosen. Nicht empfohlen in der Schwangerschaft. Mögliche Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern und Antikoagulantien. Morgens oder mittags einnehmen – kann bei Abendeinnahme schlafstörend wirken (stimulierender Effekt).
Wichtigste Studien
A randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group study of SHR-5 extract in the treatment of stress related fatigue
Olsson EM et al. (2009)
RCT (n=60): SHR-5 (576 mg/Tag) verbesserte Erschöpfung, Konzentration und Wohlbefinden signifikant nach 28 Tagen. Gut verträglich, keine ernsthaften Nebenwirkungen.
Rhodiola rosea in stress induced fatigue – a double blind cross-over study of a standardized extract SHR-5
Shevtsov VA et al. (2003)
RCT (n=161 Ärzte im Nachtdienst): Einzeldosis Rhodiola verbesserte kognitive Leistung und Reaktionszeit unter Erschöpfungsbedingungen signifikant vs. Placebo.
Rhodiola rosea for mental and physical fatigue in nursing students
Darbinyan V et al. (2007)
RCT (n=56): Rhodiola reduzierte physische und mentale Erschöpfung bei Studierenden in Prüfungsperioden signifikant. Stimmung und allgemeines Wohlbefinden verbesserten sich.
Multicenter, open-label study of Rhodiola rosea extract in patients with burnout syndrome
Kasper S & Dienel A (2017)
Offene Studie (n=118, Burnout-Patienten): 400 mg/Tag über 12 Wochen reduzierte alle Burnout-Symptome signifikant. Kein Placebo-Arm, aber klinisch relevante Effektgrößen.
Redaktioneller Hinweis: Für die meisten hier beschriebenen Wirkstoffe existieren in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims gemäß VO (EG) 1924/2006). Die Evidenzstufen sind redaktionelle Einschätzungen der Forschungsqualität — keine Heilsversprechen. Dieser Inhalt ist kein Ersatz für medizinischen Rat und stellt keine Empfehlung zur Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten dar.