Auch bekannt als: Urolithin A, UA, Mitopure, Ellagsäure-Metabolit
Kurzurteil Moderate Evidenz
Urolithin A wird aus Granatapfel-Polyphenolen durch Darmbakterien gebildet und wird beim Menschen im Zusammenhang mit Mitophagie untersucht.
EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims
Keine EFSA Health Claims für Urolithin A. Synthetisches Urolithin A (Mitopure von Amazentis) hat Novel-Food-Zulassung in der EU erhalten (2022). Natürlich aus Granatapfel gewonnenes UA in einer regulatorischen Grauzone.
🤖KI-Zusammenfassung
Kurz-Fazit
Urolithin A wird aus Granatapfel-Polyphenolen durch Darmbakterien gebildet und wird beim Menschen im Zusammenhang mit Mitophagie untersucht.
Was die Evidenz stützt
Zwei RCTs (Andreux 2019, Liu 2022) zeigen Verbesserung der Mitochondrienfunktion und Muskelausdauer bei älteren Erwachsenen. Mitophagie-Induktion erstmals beim Menschen durch einen Nahrungsstoff belegt.
Was NICHT belegt ist
Langzeit-Sicherheit und seltene Nebenwirkungen beim Menschen sind noch unzureichend untersucht.
EU/EFSA-Status
Nicht zugelassen. Keine EFSA Health Claims für Urolithin A. Synthetisches Urolithin A (Mitopure von Amazentis) hat …
Sicherheit
Wahrscheinlich sicher
Diese KI-Zusammenfassung basiert auf den strukturierten Daten dieser Seite.
Was ist Urolithin A?
Urolithin A ist kein Pflanzenstoff, sondern ein Darmmikrobiom-Metabolit. Der Körper produziert es, wenn Darmbakterien Ellagsäure (aus Granatäpfeln, Walnüssen, Himbeeren) abbauen.
Das macht Urolithin A biologisch einzigartig: Es ist der erste bekannte Nahrungsstoff, dessen Metabolit beim Menschen mit Mitophagie in Verbindung gebracht wurde – die selektive Beseitigung alter und beschädigter Mitochondrien, um die Mitochondrien-Qualität zu erhalten.
Mitophagie: warum sie für gesundes Altern relevant ist
Mitochondrien sind die Energiefabriken der Zellen. Mit dem Alter akkumulieren beschädigte Mitochondrien – sie produzieren weniger Energie und mehr reaktive Sauerstoffspezies. Mitophagie räumt diese auf und sorgt für Erneuerung.
Geschwächte Mitophagie ist mit Muskelschwund, neurobiologischen Problemen und allgemeiner Alterung assoziiert. Urolithin A wird in diesem Zusammenhang als möglicher Auslöser dieses Selbstreinigungsmechanismus untersucht.
Was sagen die Studien wirklich?
Belegt
Mitophagie-Induktion beim Menschen: Erstmals 2019 durch Muskelbiopsie gezeigt (Andreux et al.)
Mitochondrien-Biomarker: Verbesserungen in RCTs (mtDNA/nDNA-Ratio, ATP-Produktion)
Muskelausdauer: Signifikante Verbesserung bei älteren Erwachsenen in 4-Monats-RCT
Noch früh
Langzeiteffekte unklar (längster RCT: 4 Monate)
Wirkung bei jüngeren, gesunden Menschen weniger klar
Kaum Daten zu kognitiven oder kardiovaskulären Endpunkten
Nicht belegt
Lebensverlängerung beim Menschen
Das Darmmikrobiom-Problem
Nur etwa 30–40 % der Menschen besitzen die richtigen Darmbakterien (Gordonibacter urolithinfaciens, Ellagibacter isourolithinifaciens), um Ellagsäure effizient zu Urolithin A umzuwandeln. Granatapfelsaft allein reicht für den Rest der Menschen nicht – daher ist ein direktes Supplement hier sinnvoller als bei vielen anderen Stoffen.
Ist Urolithin A sicher?
Beide RCTs berichten keine ernsthaften Nebenwirkungen. Als wahrscheinlich sicher einzustufen bei 500–1.000 mg/Tag. Synthethisches Urolithin A (Marke Mitopure) hat in der EU Novel-Food-Zulassung – ein Qualitätsindikator für die regulatorische Prüfung.
Wichtigste Studien
Urolithin A induces mitophagy and prolongs lifespan in C. elegans and increases muscle function in rodents
Ryu D et al. (2016)
Nature Medicine: Urolithin A wird im Zusammenhang mit Alterungsforschung diskutierte Lebensspanne in C. elegans um ~45 % und war mit Veränderungen verbundene Muskelkraft in alten Ratten. Erstnachweis der Mitophagie-Induktion.
Effects of Urolithin A Supplementation on Glucose Metabolism in Healthy Adults 55+ Years Old
ClinicalTrials.gov (2026)
Laufende Studie (ClinicalTrials NCT06274749): Untersucht Effekte von Urolithin-A-Supplementierung auf den Glukosestoffwechsel bei gesunden Erwachsenen ab 55 Jahren. Noch keine Ergebnisse veröffentlicht.
Redaktioneller Hinweis: Für die meisten hier beschriebenen Wirkstoffe existieren in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims gemäß VO (EG) 1924/2006). Die Evidenzstufen sind redaktionelle Einschätzungen der Forschungsqualität — keine Heilsversprechen. Dieser Inhalt ist kein Ersatz für medizinischen Rat und stellt keine Empfehlung zur Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten dar.