Der Claim
„Kollagen bringt wirklich etwas.“
Was die Studien zeigen
Kollagen gehört zu den Supplements, bei denen Werbung und Realität oft auseinanderlaufen. Ganz wertlos ist Kollagen aber nicht. Für bestimmte Endpunkte, vor allem im Bereich Hautfeuchtigkeit, Hautelastizität und teilweise Hautalterung, gibt es durchaus klinische Hinweise auf kleine bis moderate Effekte.
Trotzdem sollte man daraus nicht machen, dass Kollagen automatisch für jeden und für alles „funktioniert“. Die Datenlage ist je nach Anwendung unterschiedlich, die Produkte sind sehr verschieden zusammengesetzt, und viele Studien arbeiten mit herstellernahen Designs oder relativ kurzen Zeiträumen.
Bei Gelenken und Bindegewebe gibt es ebenfalls gewisse positive Signale, aber keine so klare Evidenz, dass man pauschal große Effekte versprechen sollte. Für Haare, Nägel, allgemeine Verjüngungsversprechen oder „straffes Gewebe“ wird oft deutlich mehr behauptet, als die Humanstudien tatsächlich tragen.
Was EFSA / BfR dazu sagt
Gerade bei Beauty- und Struktur-Claims sollte man in der EU aufpassen: Nicht jede marketingtaugliche Aussage ist automatisch sauber durch zugelassene Health Claims gedeckt. Das heißt nicht, dass Kollagen nutzlos ist, aber dass werbliche Formulierungen schnell zu stark werden.
Unser Urteil
Der Claim ist noch zu ungenau. Kollagen kann in einzelnen Bereichen etwas bringen, besonders bei Haut-bezogenen Endpunkten. Als allgemeines Wundersupplement ist es aber nicht überzeugend belegt. Wer fragt „Bringt Kollagen wirklich etwas?“, bekommt am ehesten die Antwort: teilweise ja, aber deutlich begrenzter als die Werbung suggeriert.