Der Claim
“Zink funktioniert nur, wenn Sie es direkt nach dem Aufstehen einnehmen – das ist die optimale Zeit für die Resorption.”
So oder ähnlich argumentieren Hersteller, die fixe „Biohacking-Routinen” verkaufen.
Was die Studien zeigen
- In Humanstudien entscheidet die gleichzeitige Nahrungsaufnahme über die Bioverfügbarkeit: Phytate aus Vollkorngetreide oder Hülsenfrüchten binden Zink und senken die Absorption deutlich.
- Calciumpräparate konkurrieren mit Zink im Darm, weshalb hohe Calciumgaben (z.B. Milchprodukte, Supplemente) die Aufnahme reduzieren können.
- Es gibt keine publizierten Daten, die eine spezifische Tageszeit als überlegen belegen. Studien messen Blut- oder Urinmarker über Stunden – der Zeitpunkt der Einnahme war dabei kein unabhängiger Faktor.
Kurz gesagt: Entscheidend ist, was parallel im Darm landet, nicht wann.
Was EFSA / BfR dazu sagt
Die EFSA hat für Zink zahlreiche Claims (Immunsystem, Zellschutz) zugelassen, aber keinen einzigen, der eine Uhrzeit oder Einnahmeroutine vorschreibt. Nationale Behörden thematisieren eher Überdosierungen und Wechselwirkungen – nicht das Timing.
Unser Urteil
Übertrieben. Für die Zinkaufnahme scheinen Zusammensetzung der Mahlzeit und Begleitstoffe wichtiger zu sein als die Uhrzeit. Ein starres „nur morgens funktioniert es” ist unbelegt und reine Marketingrhetorik.