MikroScore
Moderate Evidenz Sicherheit: Sicher Studiendosis: 3000 mg/Tag

Glycin

Auch bekannt als: Glycine, Aminoessigsäure

Evidenzlage auf einen Blick

Gut belegte Wirkung auf Schlafqualität (RCT). Als GlyNAC kombiniert mit NAC zeigen kleinere RCTs signifikante Verbesserungen bei Glutathion, oxidativem Stress und Mitochondrienfunktion bei älteren Menschen.

EU Health Claims: Keine zugelassenen Claims

Keine zugelassenen EFSA Health Claims für Glycin als Supplement. Als Aminosäure ist es in der EU als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich. In der Medizin als Glycin-Infusion bei Prostataoperationen eingesetzt.

Was ist Glycin?

Glycin ist die kleinste und einfachste proteinogene Aminosäure. Der Körper kann sie selbst synthetisieren, aber laut Forschung reicht die endogene Produktion mit zunehmendem Alter möglicherweise nicht mehr aus, um den Bedarf zu decken.

Glycin ist an erstaunlich vielen Prozessen beteiligt:

  • Glutathionsynthese: Zusammen mit Cystein und Glutaminsäure – Glycinmangel ist ein Engpass bei Älteren
  • Kollagensynthese: Jede dritte Aminosäure in Kollagen ist Glycin
  • Kreatinsynthese: Zusammen mit Arginin und Methionin
  • Hämoglobinbildung: Teil des Porphyrin-Ringsystems
  • Neurotransmitter: Inhibitorischer Neurotransmitter im Rückenmark und Hirnstamm

Der GlyNAC-Ansatz

Die spannendste Longevity-Anwendung ist die Kombination mit NAC (N-Acetylcystein). Beide Aminosäuren sind Vorläufer von Glutathion – Glycin liefert die Strukturkomponente, Cystein (via NAC) die reaktive Gruppe.

Rajagopal Sekhars Forschungsgruppe (Baylor) zeigte in zwei RCTs, dass GlyNAC bei über 70-jährigen Probanden:

  • Glutathion auf das Niveau 20–30-Jähriger normalisierte
  • Oxidativen Stress, Entzündungsmarker und Insulinsensitivität verbesserte
  • Mitochondrienfunktion, Körperfett, Muskelmasse und Gehgeschwindigkeit verbesserte

Einschränkung: n=24, ein Labor, 24 Wochen. Unabhängige Replikationen laufen, aber fehlen noch.

Schlaf-Effekt: einer der besten belegten Supplementeffekte

3 g Glycin 30 Minuten vor dem Schlafen:

  • Verkürzte Einschlafzeit und verbesserte Schlafstruktur (PSG-bestätigt)
  • Reduzierte Tagesmüdigkeit am Folgetag (gemessen mit Fatigue-Scores)
  • Mechanismus: Glycin senkt die Körperkerntemperatur (vasodilatorisch) – ein bekannter Schlafauslöser

Ist Glycin sicher?

Glycin wird in der Medizin in Gramm-Dosen intravenös eingesetzt. Oral gilt es bei bis zu 10 g/Tag als sicher. Keine relevanten Wechselwirkungen bekannt. Taste ist leicht süßlich – problemlos im Wasser löslich.

Praktische Empfehlung

Glycin ist günstig (oft unter 0,10 €/g), sicher und hat solide Evidenz für Schlaf und als GlyNAC-Kombination. Als reines Schlaf-Supplement: 3 g vor dem Schlafen. Für den GlyNAC-Ansatz: 1,33 g Glycin pro 1 g NAC.

Wichtigste Studien

Glycine ingestion improves subjective sleep quality in human volunteers, correlating with polysomnographic changes

Bannai M et al. (2012)

RCT (n=11): 3 g Glycin vor dem Schlafen verbesserte Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und kognitive Funktion am nächsten Morgen.

PubMed PMID 23171544

GlyNAC supplementation in older adults improves glutathione deficiency, oxidative stress, mitochondrial dysfunction and aging hallmarks

Kumar P et al. (2021)

RCT (n=24): GlyNAC über 24 Wochen normalisierte Glutathion-Spiegel auf das Niveau junger Erwachsener und verbesserte Mitochondrienfunktion.

PubMed PMID 33587619

GlyNAC Supplementation Improves Aging Hallmarks in Older Humans

Sekhar RV (2022)

Follow-up RCT: GlyNAC verbesserte 8/9 gemessene Hallmarks of Aging (Oxidation, Entzündung, Mitochondrien, Körperzusammensetzung, Kraft, Gehgeschwindigkeit).

PubMed PMID 35975308

Glycine metabolism in animals and humans: implications for nutrition and health

Razak MA et al. (2017)

Review: Glycin wird für Glutathion, Kollagen, Hämoglobin, Kreatin und Porphyrine benötigt – täglicher Bedarf übersteigt körpereigene Synthese ab mittlerem Alter.

PubMed PMID 28759885

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