Forschungsgebiet: Oxidativer Stress
39 Wirkstoffe, die in Studien auf eine Wirkung im Bereich Oxidativer Stress untersucht wurden — sortiert nach Forschungsrelevanz.
Alpha-Liponsäure (R-ALA)
Mitochondriales Antioxidans mit wasser- und fettlöslichen Eigenschaften. R-Form vs. Racemat wird diskutiert. Evidenz vor allem aus medizinischen Kontexten (Neuropathie).
Ashwagandha (Withania somnifera)
Ashwagandha ist ein ayurvedisches Adaptogen, das in RCTs vor allem für Stressmarker und subjektives Wohlbefinden untersucht wird. Für gesundes Altern-Effekte fehlen Langzeitdaten.
Astaxanthin
Astaxanthin ist ein Carotinoid mit antioxidativen Eigenschaften, das oft im Zusammenhang mit Mitochondrien diskutiert wird. Kleine RCTs untersuchen Effekte bei Haut, Augen und Belastung.
Beta-Alanin
Beta-Alanin erhöht durch höhere Muskelcarnosin-Spiegel die Pufferkapazität bei hochintensiven Belastungen und ist daher eher ein Sportthema als ein Longevity-Tool.
Calcium
Essenzieller Mineralstoff für Knochen, Muskeln und Nerven. Meta-Analysen belegen moderate Knocheneffekte bei Defizit; hochdosierte Supplemente sind kardiovaskulär nicht risikofrei.
Curcumin (Kurkuma-Extrakt)
Curcumin beeinflusst verschiedene Entzündungs- und Oxidationswege. Hauptproblem bleibt die Bioverfügbarkeit; positive Daten stammen meist aus speziellen Formulierungen.
Eisen
Essenziell für Sauerstofftransport, Energiestoffwechsel und Immunfunktion. Bei bestätigtem Mangel klar wirksam — ohne Labordiagnose sollte Eisen nicht blind supplementiert werden.
Ergothionein
Ergothionein ist ein seltenes Aminosäurederivat aus Pilzen, das als antioxidativ diskutiert wird und teils als potenzielles „gesundes Altern-Vitamin“ beschrieben wird.
Fisetin
Fisetin ist ein Flavonoid mit senolytischer Wirkung in Tierversuchen – es beseitigt seneszente ('Zombie'-)Zellen. Humanstudien laufen, belastbare Ergebnisse fehlen noch.
Glutathion
Glutathion ist das berühmte körpereigene Antioxidans. Als Supplement bleibt die Datenlage deutlich weniger beeindruckend als der Ruf.
Glycin
Glycin ist die kleinste Aminosäure und wird für Glutathion, Kollagen und Kreatin benötigt. Als GlyNAC-Kombination wird es auch im Zusammenhang mit Alterung-Hallmarks untersucht.
GlyNAC (Glycin + NAC)
GlyNAC ist die Kombination aus Glycin und N-Acetylcystein (NAC) zur Unterstützung der Glutathion-Synthese. Erste klinische Daten zu Healthy-Alterung-Kontexten sind interessant, aber noch begrenzt.
Hydroxytyrosol
Hydroxytyrosol ist ein Olivenpolyphenol, das für oxidative Prozesse und Gefäßmarker untersucht wird. Im Alltag wird es oft unterschätzt.
Koffein
Koffein ist die weltweit am häufigsten konsumierte psychoaktive Substanz. Hunderte RCTs belegen Effekte auf Wachheit, Reaktionszeit, Ausdauerleistung und kurzfristige Kognition.
Kreatin (Creatin)
Kreatin ist eines der bestuntersuchten Supplements für hochintensive Muskelarbeit. Die stärkste Evidenz stammt aus Kraft- und Schnellkraftstudien; weitere Einsatzfelder werden weiterhin erforscht.
Kupfer
Kupfer ist essenziell für Enzyme, Eisenstoffwechsel und Bindegewebe. Sinnvoll bei Mangel – isoliert hochdosiert aber keine gute Idee.
L-Theanin
L-Theanin gehört zu den populäreren Nootropics: Es wird vor allem für Ruhe ohne starke Sedierung untersucht, besonders in Kombination mit Koffein.
L-Tyrosin
L-Tyrosin ist eine Aminosäure-Vorstufe von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin. In Studien zeigte sie kognitive Vorteile unter akutem Stress und Schlafentzug.
Lutein & Zeaxanthin
Lutein und Zeaxanthin sind Carotinoide, die sich in der Makula der Netzhaut anreichern. Vergleichsweise gut untersucht sind sie vor allem im Kontext visueller Belastung und altersbezogener…
Mangan
Mangan ist ein essenzielles Spurenelement für Enzyme, Knochen und antioxidative Systeme. Mangel ist selten, Extra-Supplemente meist unnötig.
Melatonin
Melatonin reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus und hat antioxidative Eigenschaften. Vergleichsweise gut untersucht ist es vor allem bei Jetlag und bestimmten Schlafkontexten. In Deutschland sind…
Molybdän
Molybdän ist ein essenzielles Spurenelement für bestimmte Enzyme. Mangel ist selten, und für Extra-Supplemente gibt es meist keinen guten Grund.
NAC (N-Acetylcystein)
NAC ist ein Glutathion-Vorläufer mit etablierter medizinischer Nutzung. Als gesundes Altern-Supplement wird es diskutiert, die Evidenz bei gesunden Menschen bleibt aber begrenzt.
PQQ
PQQ wird gern mit Mitochondrien und Zellenergie verknüpft. Das klingt elegant, aber die Human-Evidenz ist bisher dünn.
Pterostilben
Pterostilben ist ein Resveratrol-Analogon aus Blaubeeren mit deutlich besserer Bioverfügbarkeit. Ähnliche Mechanismen (SIRT1, AMPK), aber bisher weniger Humanstudien.
Quercetin
Quercetin ist ein Pflanzenstoff mit antioxidativer Wirkung und gilt als potenzielles Senolytikum. Die Senolytik-Evidenz stammt fast ausschließlich aus Tier- und In-vitro-Studien.
Resveratrol
Als Rotwein-Inhaltsstoff und Sirtuin-Aktivator bekannt. Beeindruckende Tierstudien — Humanstudien zeigen inkonsistente Ergebnisse; Bioverfügbarkeit ist das Kernproblem.
Rhodiola Rosea (Rosenwurz)
Rhodiola rosea ist ein Adaptogen mit RCTs zu mentaler Erschöpfung und Stresswahrnehmung. Die Datenlage ist interessant, aber nicht frei von Heterogenität.
Rutin
Rutin ist ein Flavonoid mit Gefäß- und Antioxidans-Story. Biologisch plausibel, klinisch aber eher ein Nischenthema.
Selen
Selen ist essenziell für Glutathionperoxidasen und Schilddrüsenhormone. In Deutschland und Österreich ist die Selenversorgung durch selenarme Böden strukturell niedrig.
Spermidin
Natürliches Polyamin aus Weizenkeimen und Hülsenfrüchten. Aktiviert Autophagie überzeugend in Zell- und Tiermodellen; erste Humanstudien zeigen positive Signale bei Kognition und Herzfunktion.
Sulforaphan
Sulforaphan aktiviert Nrf2-abhängige Schutzmechanismen und wird oft aus Brokkoli-Keimlingen gewonnen. Die Datenlage ist präklinisch stark und klinisch noch im Aufbau; zugelassene EU-Health-Claims…
Taurin
Taurin ist eine Aminosäure mit zentraler Rolle im Energiestoffwechsel. Tier- und Beobachtungsdaten haben die Alterungsforschung befeuert; belastbare Humanbelege sind deutlich begrenzter.
Vitamin B2 (Riboflavin)
Vitamin B2 ist essenziell für Energiestoffwechsel und antioxidative Enzyme. Wirklich interessant vor allem bei Mangel und möglicherweise zur Migräne-Prävention.
Vitamin C (Ascorbinsäure)
Vitamin C ist essenziell für Kollagensynthese und weitere normale Körperfunktionen. Dafür bestehen zugelassene EFSA-Claims. Megadosen zeigen über die ausreichende Versorgung hinaus keinen klaren…
Vitamin E (Tocopherole)
Vitamin E ist an Schutzmechanismen gegen Oxidation beteiligt. Natürliche gemischte Tocopherole gelten meist als unauffällig; synthetisches Alpha-Tocopherol in hohen Dosen war in einer großen…
Vitamin K2 (MK-7)
Vitamin K2 aktiviert Proteine des Calciumstoffwechsels und wird vor allem im Zusammenhang mit Knochen- und Gefäßmarkern diskutiert. MK-7 aus Natto gilt als gut bioverfügbar.
Zink
Zink ist an vielen Enzymen beteiligt und essenziell für Immunfunktion, DNA-Reparatur und Hormonsynthese. Niedrige Zufuhr oder niedrige Spiegel sind bei älteren Menschen nicht selten und lassen…
CoQ10 (Ubiquinol / Ubiquinon)
CoQ10 ist ein zelluläres Antioxidans, das vor allem bei Herzinsuffizienz und Statin-Nebenwirkungen untersucht wird. Bei Gesunden ohne Risikofaktoren ist der Zusatznutzen unklar.